BEATA ZAGOZDZON

 

„Das Kleine kann groß sein, das Große kann klein sein”.

 

 

Beata Zagozdzon wurde 1977 in Legnica (Polen) geboren und besuchte in ihrer Heimat die Grund- und Musikschule – damit war die Liebe zum musikalischen Ausdruck geweckt, die seither ihr Leben bestimmt. Im Alter von 16 Jahren zog sie „nicht so ganz freiwillig“ mit ihrer Mutter nach Berlin. Zwei Jahre nach dem Ortswechsel gründete sie zusammen mit Freunden ihre erste Band, „Los Bigos“, in der sie Querflöte und Klavier spielte. Mit den Gruppen „Tempotanga“ und „Don’t Shelest” verfolgte sie ihren musikalischen Weg weiter und rief parallel dazu die Künstlergruppe „KartON“ (1997-2000) ins Leben. Im „Teatr Kreatur“ sowie in Theaterworkshops im polnischen und deutschsprachigen Raum, wie dem „Wannsee Forum“, sammelte sie erste schauspielerische Erfahrungen. Ihre professionelle Ausbildung in dem Bereich begann sie 2001 an der „Berliner Schule für Schauspiel“ und gab ihrem Musikschaffen eine Auszeit.

Nach ihrem Schauspielabschluss kehrte sie zu ihren Wurzeln und damit nach Polen zurück, wo sie in Szcecin die polnische Regisseurin Weronika Fibich kennen lernte. Fünf Jahre einer faszinierenden Zusammenarbeit begannen: Raum-und Straßen-Performances entstanden, die den Schwerpunkt Authentizität im künstlerischen Ausdruck und aufmerksames Beobachten der menschlichen Beziehungen hatten. Darin nahmen Themen wie Liebe, Freundschaft, Alltag in Beziehungen, Kinderkriegen, aber auch das Arbeiten und Erschaffen einen wichtigen Platz ein. Beata Zagozdon interessierte dabei besonders, wie unterschiedlich Menschen mit Situationen umgehen, welche inneren Vorgänge sie leiten und welche individuelle Wahrnehmung der Realität ihrer Reaktion vorausgeht. Darüber hinaus das Verständnis oder Unverständnis der eigenen Motivation in der Handlung, das Zugeben der Fehler, die Achtung vor eigenen Grenzen und die der anderen, aus Schwächen Stärke zu entwickeln. Die Erfahrung, auf diese Weise die Prozesse des Lebens zu  erkunden, hat sie geprägt und leitet sie noch heute.

 

Mit der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2008 änderte sich der Fokus der Schauspielerin vom Künstlerischen auf rein menschliche Bedürfnisse. Daraus wuchs ein neues Selbstbewusstsein, das sich heute in eigenen Projekten und Ideen, dem Schauspielen und Kindertheater äußert und äußern möchte – mit Menschen, die eine ehrliche Zusammenarbeit anstreben. Der Schauspielerin und Musikerin kommt dabei ihr handwerkliches Geschick zugute, denn in  Entwicklung und Bau von Bühnenbildern sieht sie ein weiteres Talent, das sie ausbauen kann. Auch der Arbeit im Bereich Musik, Regie und Coaching möchte sie einen Raum geben.

 

Ihre größte Schwäche ist gleichzeitig ihre Stärke: im Moment sein.