Das Schneckenhaus

von Rosmarie Vogtenhuber

ein Stücklein für alle Menschen und Puppen ab 3 Jahren

 

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Ein Clown. Ein Koffer. Eine Erinnerung.

Damit beginnt die Geschichte von Fritz, dem Urururururururgroßvater des Clowns, der uns diese zauberhaft berührende Geschichte, die nebenbei bemerkt wirklich stattgefunden hat, erzählt.

Fritz ist anders. Irgendwie.

Er mag Geräusche. Wenn er zum Beispiel den Wolken zuschaut, wie sie einzeln aus dem Schornstein schlüpfen und sanft emporschweben bis sie – pff – verschwinden, dann macht das liebenswerte Töne, wie- ja, wie ein Saugnapf im Puddingtraum und das Klingeln der Schulglocke gleicht einem Schiffsmasten, auf den man hinaufklettern kann. Von oben ist die Sicht besser; und wenn aus Strichen Buchstaben erwachsen, dann klingt das fast wie eine Glasharmonika. Durchsichtig wie ein U-Bootfenster. Fritz mag auch U-Boote.

Aber nicht alle mögen Fritz. Er hat einen Vogel, ulken die Kinder, hänseln ihn und spielen Fußball mit seinem Lieblingstier. Er ist faul und ein Dummer schilt die Lehrerin. Er ist böse und ungehorsam schimpfen die Eltern. Und alle lachen sie über ihn und ihre Worte werden für Fritz wie ein böses Knäuel dunkelgrauer Wolle, das eine fiese, miese Mitzekatze zerrupft, sodass nur ein Kuddelmuddel bei rauskommt. Auch das Kuddelmuddelknäuel macht Töne, aber Fritz mag diese Töne nicht. Er hat Angst vor ihnen. Je lauter alle lachen und höhnen, desto weniger Worte kommen bis zu Fritz, desto dummer wird er für alle. Dumm wie Fritzzzz.

Doch eines Tages, sagt auf einmal jemand „Hallo“ zu ihm. Und Fritz versteht das. Er hat keine Angst. Und er sagt „auch Hallo“

Und dieser jemand ist eine kleine Schnecke. Und diese kleine Schnecke nimmt Fritz mit. Und Fritz bemerkt, dass er alles kann, was andere auch können. Und noch vieles mehr, von dem andere nicht einmal wissen dass sie es können könnten und schon gar nicht dass Fritz es können kann.

Die Schnecke nimmt Fritz mit in ihr Haus, zeigt ihm eine Welt, in der Wörter wachsen wie Lampionblumen, in der Schmetterlinge dichten, Plaudertaschen plaudern und all die eine Heimat finden, die nicht ganz so sind wie die anderen ( z.B. das Glühwürmchen mit Wackelkontakt).

In „seinem“ Schneckenhaus lernt Fritz die fremde Sprache, die es ihm ermöglicht, die anderen zu verstehen, mit ihnen zu kommunizieren und zu zeigen: „Ich bin nicht dumm. Ich habe einen Vogel, den ich mag. Genau wie du. Meiner heißt Paul.“

 

Mit sehr subtilen Mitteln, fast ohne Worte, mit zauberhaften Figuren und wunderschöner Musik erzählt Kerstin Dathe (Spiel und Figurenbau) die Geschichte des kleinen Fritz.

Eine Geschichte über das Anderssein, die Angst davor, den Mut so zu sein wie man ist, über unterschiedlichen Welten und Brücken zwischen ihnen, darüber, voneinander zu lernen, über Toleranz, Freude, Sprache, Phantasie und Liebe.

Und darüber, dass es für jeden einen Ort gibt, der ihm Kraft schenkt. Und sei es ein Schneckenhaus.

  

Buchbar ab Mai 2018

Idee und Regie:       Rosmarie Vogtenhuber

Ausstattung:             Kerstin Dathe                   

Spieldauer:               45 min 

Spielorte:                   Theater, Kitas, Schulen, Open Air

Spielfläche:               5 m x 4 m

Aufbauzeit:                15 min

Abbauzeit:                 15 min